Prämierte Ideen 1. Runde - Civic Innovation Platform

Prämierte Ideen 1. Runde

25 Ideen wurden in der ersten Runde des Ideenwettbewerbs ausgezeichnet. Hier findest du eine Übersicht aller prämierten Ideen ‒ nach den Themenschwerpunkten „Arbeit & Partizipation“, „Inklusion & Diversität“, „Verwaltung & Demokratie“ und „Wissen & Lernen“. Lass dich inspirieren!

Arbeit & Partizipation

Eine Person am Schreibtisch, zu ihren Füßen ein spielendes Kind. Handwerker bei der Arbeit.

Künstliche Intelligenz (KI) hält zunehmend Einzug in das Arbeitsleben. Diese Entwicklung nehmen die prämierten Projektideen im Bereich „Arbeit & Partizipation“ in den Blick. Sie beschäftigen sich damit, wie KI-Anwendungen Mitarbeiter*innen effektiv unterstützen, Stress reduzieren und die Gesundheit am Arbeitsplatz und im Homeoffice fördern können.

  • Daten rund um das Wohlbefinden eines Menschen zu sammeln und zu nutzen, um präventive Maßnahmen ergreifen zu können – dies ist das Ziel der Idee des Vereins „Institut IOr Digitale Assistenzsysteme“ und der gemeinnützigen GmbH „TheraOp“. Die Ergebnisse der KI-basierten Datenauswertung werden genutzt, um individuelle gesundheitliche Risiken im Berufsumfeld zu identifizieren und gleichermaßen wirksame Präventionsstrategien aufzuzeigen.

  • Gemeinsam mit der „LEAD Machine Learning GmbH“ wollen die Berliner Stadtreinigungsbetriebe die Gesundheit der Beschäftigten verbessern, indem Stress und Kontakte reduziert werden. Dafür soll eine KI-Anwendung, die eine optimale Ressourcen- und Tourenplanung ermöglicht, entwickelt werden. Auf diese Weise soll zudem die Verkehrssicherheit erhöht und ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden.

  • Mit dem Ziel, zu mehr Sicherheit im Rad- und Fußverkehr beizutragen und dabei den Nutzer*innen gleichzeitig die Bedienung von KI spielerisch und intuitiv beizubringen, wollen das Unternehmen „FixMyCity“, die HafenCity Universität Hamburg, der Verein „CorrelAid“ und die Stadt Aachen eine KI-Anwendung entwickeln, die von der Verwaltung bei der Planung von sicherer Infrastruktur genutzt werden kann. Diese soll allen Nutzer*innen zudem einen niedrigschwelligen und greifbaren Zugang zu KI rund um die Themen Rad- und Fußverkehr bieten.

  • Die Identifizierung von Kompetenzen, die Menschen zu einer konstruktiven Zusammenarbeit mit KI befähigen, und die Entwicklung von menschenzentrierten Gestaltungsempfehlungen stehen im Mittelpunkt der Projektskizze. Dabei zielen die Fachhochschule Bielefeld, die Universität Hohenheim, die FOM Hochschule für Oekonomie & Management sowie die „youCcom GmbH“ auf eine bedachte, nachhaltige und effektive Nutzung von KI, um menschliche Fehlbeanspruchung durch eine Technologie, die unsere Lebens- und Arbeitswelt durchdringt, zu vermeiden.

  • Physiotherapeutisches Heim- und Arbeitsplatztraining mit Echtzeit-Feedback zur Bewegungsausführung: Das steckt hinter der Idee des Physiotherapeuten für die Hosentasche. Zusammen mit dem Ringer-Verband Sachsen möchten die GmbH „eCovery“, „ZESBO ‒ das Zentrum zur Erforschung der Stütz- und Bewegungsorgane“ sowie KIMS-EAO (Management School der Universität Kassel) eine Anwendung entwickeln, mit der auch bestehende Therapiekonzepte für die Trainings verbessert werden können.

  • Der Vernetzungsgedanke steht hier im Mittelpunkt: Mittels KI-basiertem Matching können sich soziale Ideenträger*innen auf einer digitalen Plattform mit Möglichmacher*innen, Wissensträger*innen und Projektpartner*innen verbinden, sich so professionalisieren und gemeinwohlorientierte Projekte anstoßen. Der Verein „Reflecta“, die Bildungs- und Forschungseinrichtung „Ibugi/Ceseb“ und das KMU „zauberware“ wollen so Social Entrepreneurship fördern und Gründer*innen unterstützen.

  • Das KMU „EE ENERGY ENGINEERS“ nimmt gemeinsam mit einem technischen und einem Data-Science/Sales-Experten die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen in den Blick: Kleine und mittelständische Unternehmen sollen bei ihrem Transformationsprozess hin zu mehr Nachhaltigkeit begleitet werden. Mittels KI sollen Unternehmen bei der Auswahl relevanter Schwerpunkte über die Festlegung entsprechender Maßnahmen bis hin zur Umsetzung und Evaluierung unterstützt werden.

Inklusion & Diversität

Teilhabe am Arbeitsmarkt und am gesellschaftlichen Leben gleichermaßen zu ermöglichen ‒ das ist der Kern einer inklusiven und diversen Gesellschaft. Wie können KI-Anwendungen dazu beitragen und welche Anwendungen braucht es, um Teilhabe zu erleichtern? Die prämierten Ideen im Bereich „Inklusion & Diversität“ rücken dabei insbesondere die Verständlichkeit von Sprache, Barrierefreiheit sowie die Vernetzung und optimale Aufbereitung wichtiger Informationen in den Fokus.

Unterschiedliche Personen: im Rollstuhl, mit Fahrrad, mit Gipsbein, mit Blindenbinde, Forschende.
  • „T2K“ steht für „Text2Knowledge“ ‒ also für „Text zu Wissen“ ‒ und hier ist der Name auch tatsächlich Programm: Das Start-up möchte gemeinsam mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden eine automatische Übertragung deutscher Texte in Leichte Sprache ermöglichen, um den Zugang zu wichtigen Informationen für Menschen mit Leseschwierigkeiten zu erleichtern. Dabei zielt die Idee sowohl auf die Steigerung von Inklusion und Teilhabe als auch auf die Minimierung von Zeit und Kosten bei der Übertragung in Leichte Sprache ab.

  • Nicht allen ist es möglich, ein zielgenaues, individuelles Angebot für die Freizeit zur Erholung zu bekommen ‒ häufig sind die Angebote nicht barrierefrei. Das möchten „Schwarzwald Tourismus“ und „land in sicht“ mit ihrer Idee „Frag Schwarzwaldmarie“ ändern. Denn „Frag Schwarzwaldmarie“ soll neben Basisinformationen auch Informationen zu Barrierefreiheit miteinbeziehen und durch die Verbesserung der Informationslage die Zugänglichkeit von Ausflugszielen erleichtern.

  • Mit der KI-Anwendung „Kaleidofon“ möchten das Unternehmen „Birds on Mars“ und die gemeinnützige Bildungseinrichtung „barner16/alsterarbeit“ es auch Menschen mit Behinderungen ermöglichen, ihr eigenes künstlerisches Potenzial zu entdecken und mittels Sprach- und Kommunikationslauten Kunst und Musik zu kreieren. Dabei schafft „Kaleidofon“ durch Niedrigschwelligkeit und individualisierte Bedienmöglichkeiten einen wertvollen Beitrag für gesellschaftliche Inklusion und die Teilhabe am ersten Arbeitsmarkt.

  • Der Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt stellt für viele Menschen mit besonderen Bedürfnissen eine enorme Herausforderung dar. (Betriebliche) Kommunikation kann eine davon sein. Der Landesverband Westfalen-Lippe des Deutschen Roten Kreuzes und die Firma „SUTSCHE“ wollen deshalb eine KI-Lösung entwickeln, die u.a. betriebliche Unterweisungen in leicht verständliche Sprache übersetzt. So sollen auch diese sonst oft benachteiligten Personengruppen Fuß fassen können.

  • Inklusion am Arbeitsplatz ist oftmals erschwert, wenn manuelle Arbeit zu verrichten ist. Mit „Mobile Assist“ möchte die Firma „Sensrec Service“ gemeinsam mit einem Informatik-Experten Zugang zu komplexeren Arbeitsprozessen für vulnerable Gruppen ermöglichen. Nutzer*innen werden dabei von einem barrierearmen, intuitiv bedienbaren, ortsunabhängigen und lernenden Assistenzsystem unterstützt. Auch bei variantenreichen Tätigkeiten können Arbeitnehmer*innen hiervon profitieren.

  • Digitale Teilhabe im ländlichen Raum – das ist das Ziel der Firmen „GETrequest“, „Venus.Werbeagentur“, „gwt Starnberg“ und des Landkreises Regen. Denn digital bereitgestellte soziale Informationsangebote bestehen oftmals noch als Insellösungen. Mittels KI sollen die verfügbaren Angebote verknüpft, eine optimale Ausrichtung ermöglicht und so ein offenes übergreifendes Informationsnetz, etwa zu Betreuungsmöglichkeiten oder Bildungs- und Integrationsprojekten, geschaffen werden.

Verwaltung & Demokratie

Eine Person steht an einem Rednerpult, weitere Personen stehen davor.

Die öffentliche Verwaltung ist ein zentrales Werkzeug unserer Demokratie. Damit sich ihre Prozesse auch zukünftig mit der Geschwindigkeit der Digitalisierung entwickeln, zielen die prämierten Projektideen aus dem Bereich „Verwaltung & Demokratie“ darauf, mit Künstlicher Intelligenz (KI) flexible, effiziente und transparente Prozesse zu gestalten. Dabei steht die Person mit ihren individuellen Bedürfnissen genauso im Vordergrund wie diejenigen, die in der Verwaltung arbeiten.

  • Es gibt die unterschiedlichsten Fördermöglichkeiten in Deutschland. Aufgrund der Komplexität ist es mitunter nicht immer einfach sich hier zurechtzufinden. „ALATUNO“ soll ein Förderwerkzeug für alle werden, indem es ein intuitives und mehrsprachiges Onlineerlebnis für Antragsteller*innen bietet. Die gemeinnützige GmbH „Entwicklungswerk“ möchte so gemeinsam mit einem Projektmanager und der Firma „LangTec“ Antragsprozesse erleichtern und gleichzeitig auch Behörden entlasten.

  • Sozialarbeitende leisten wichtige Unterstützung bei der Beantragung von Sozialleistungen. Diese zeitintensive Arbeit könnte durch INA, einer intelligenten Ausfüllhilfe, erleichtert werden. INA ‒ eine Idee der Fakultäten für Informatik und Sozialwissenschaften der Technischen Hochschule Nürnberg in Zusammenarbeit mit dem Don Bosco Jugendwerk Nürnberg und dem Caritasverband für die Diözese Regensburg ‒ möchte Entlastung für Fachkräfte und Hilfesuchende gleichermaßen bieten.

  • Die öffentliche Verwaltung verfügt über einen großen Wissensschatz in Form von Daten, die jedoch größtenteils unstrukturiert vorliegen. Mit „KIWI“, KI-basierten Wissensgraphen, möchte die Innovationsabteilung der Bundesdruckerei gemeinsam mit einem Kooperationspartner das enorme Potenzial der Datenbestände nutzen. So sollen vorhandene Informationen vernetzt werden, um Behördenarbeit zu erleichtern und damit den Service für Bürger*innen zu verbessern.

  • Inklusive Debatten zu führen, in denen alle Gruppen berücksichtigt werden, ist insbesondere online eine Herausforderung. Um dies bei partizipativen Großveranstaltungen dennoch zu ermöglichen, möchte die Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden in Zusammenarbeit mit den Firmen „Code Camp Leipzig“, „beta – Die Beteiligungsagentur“ und „Vivien Mast AI Solutions“ eine KI-Lösung entwicklen, die der Moderation während des Events Dynamiken transparent abbildet und so die aktive Teilhabe aller fördert.

  • Die Kreisstadt Bergheim hat sich gemeinsam mit der „Westphalia Datalab GmbH“ das Ziel gesetzt, die Prozesse in der öffentlichen Verwaltung effizienter und transparenter zu gestalten. Ihr intelligentes Antragsmanagement soll es den Beschäftigten ermöglichen, das Antragsvolumen frühzeitig einzuschätzen, Arbeitsprozesse zu optimieren und den Antragsteller*innen so realistische Bearbeitungszeiten kommunizieren zu können.

  • Armut trotz Anspruch auf Sozialleistungen. Das ist häufig Realität, weil viele Menschen nicht wissen, dass sie eigentlich Anspruch auf Sozialleistungen haben oder die Antragstellung ein Hindernis für sie darstellt. Der Sozialleistungsrechner – eine Projektidee des Mannheimer Kreisverbands des Deutschen Roten Kreuzes, des Mannheimer Instituts für Angewandte Managementforschung und der „Mach’sEinfach GmbH (i.G.)“  – soll diese Hindernisse beseitigen, indem er bei der Informationsbeschaffung hilft und bei der Antragstellung unterstützt.

  • Die von Behörden genutzte Sprache stellt für viele Menschen eine Herausforderung dar. Hinter „Unkafka“ verbirgt sich die Idee, komplexe Formulierungen in behördlichen Schreiben erkennen und erklärende Alternativen vorschlagen zu können. Die Technische Hochschule Nürnberg möchte so mit der Bundesagentur für Arbeit mit einer KI-basierten Assistenz etwa Sachbearbeiter*innen und Jurist*innen bei der Erstellung von Bescheiden und Verordnungen unterstützen.

Wissen & Lernen

Wenn es darum geht, Neues zu entdecken, Wissen zu vermitteln oder die Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz (KI) spielerisch kennenzulernen, dann haben die prämierten Ideen im Bereich „Wissen & Lernen“ dies im Blick. Ein Fokus liegt dabei insbesondere auf der Aufklärung der jungen Generation zu KI und Technologie ‒ von Kindertageseinrichtungen über Schulen bis zur Aus- und Weiterbildung ‒ und der Wissensvermittlung im Stadtraum.

Eine Person sitzt an einem Schreibtisch.
  • Das Diakonische Werk Rosenheim und das Unternehmen „Birds On Mars“ wollen einen frühen, altersgerechten und reflektierten Umgang mit KI ermöglichen. Dafür soll die KI-Kiste in Kindertagseinrichtungen zum Einsatz kommen: Kinder halten einen Gegenstand in die Kiste, erzählen eine Geschichte dazu und erhalten im Gegenzug wiederum eine Geschichte von einem anderen Kind zu diesem Gegenstand. So werden sie frühzeitig zu KI aufgeklärt und spielerisch an diese Art lernender Systeme herangeführt.

  • Mit dem Ziel, KI-Kompetenzen frühzeitig und über alle Bildungswege hinweg zu vermitteln, entwickeln die Fachhochschule Potsdam und die Berlin Tech Academy zusammen mit einem kreativen Entwickler sogenannte „KI-Baukästen“. Sensoren, Schaltflächen und Aktoren sollen bei Bildungsprojekten und Workshops zum Einsatz kommen. So kann KI-Technologie für junge Menschen in der Schule oder Ausbildung erlebbar gemacht und die Motivation, sich mit KI zu beschäftigen, geweckt werden.

  • Mit der Projektidee „Toni on Tour“ soll Menschen mit unterschiedlichen Bildungshintergründen und Mobilitätsbedürfnissen die Teilhabe an kulturellen Werten der Gesellschaft ermöglicht werden. Am Beispiel der Stadt Leipzig wollen der Verein „Notenspur Leipzig“ und die „MediaSeasons GbR Kleinke & Burkersroda“ musikhistorische Inhalte erlebbar machen. Hierzu soll eine KI-gestützte Bilderkennung entwickelt werden, die in einer App zur Weiterbildung von Kindern und Jugendlichen integriert wird.

  • Vermittlung von Historie und die kollektive Erinnerung der Opfer des Nationalsozialismus ‒ dies steht im Zentrum der Idee des FC St. Pauli Museums und der Digitalagentur „Generation Digitale“. Mittels einer KI- und Augmented-Reality-basierten App werden die Geschichten zu den Stolpersteinen erzählt, indem Bilder und Informationen in der realen Umgebung der Nutzer*innen eingeblendet werden. So kämpft die App gegen das Vergessen und gegen das Leugnen historischer Fakten.   

  • Die Förderung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund durch passgenaue Bildungsangebote steht im Mittelpunkt dieser Projektidee. Der digitale und KI-basierte „Skill-Kompass“ soll Jugendlichen daher individuell begründete Angebote sowie passende Mentor*innen empfehlen. Die Universität Ulm will gemeinsam mit der START-Stiftung und dem Start-up "Kiron" so dabei helfen, das Potenzial von derzeit vier Millionen Jugendlichen mit Migrationserfahrung in Deutschland zu entfalten.

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